Geschichte der Alchemie


Nachdem das Feld lange vernachlässigt worden war, wurde ab dem 17. Jahrhundert die Welt der verschiedenen Stoffe und Elemente vertieft analysiert. Zwar wurden schon zuvor etliche chemische Vorgänge, nicht zuletzt die Verbrennung, praktiziert, doch erst im späteren Mittelalter begann sich die Alchemie zu einer systematischen und exakten Wissenschaft zu entwickeln, wie wir sie heute kennen.

Chemie im Altertum und im Mittelalter

Bereits rund 1000 Jahre vor Christus wurden in Griechenland, Ägypten und Vorderasien Metalle aus Erzen geschmolzen. Schon damals wurde mit Gold, Silber, Eisen, Kupfer, Zinn und Blei gearbeitet. Und schon damals wurden Stoffe mitunter zwecks einer Reaktion miteinander vermischt, um Substanzen für das Färben oder die Heilung zu gewinnen. Aus den Metallen wurden Münzen, Rüstungen, Werkzeuge und andere Dinge geformt. Allerdings war speziell bei den alten Griechen der Glaube verbreitet, dass es nur einen einzigen Urstoff auf der Welt gäbe. Eine Naturkunde, wie sie heute bekannt ist, gab es nicht. Stattdessen wurde von Gelehrten wie Platon oder Aristoteles eine Naturphilosophie verbreitet. Diese beinhaltete nicht nur die Umwandlung von Stoffen, sondern auch Aspekte wie Zauber und Mystik.Im Mittelalter nahmen die alchemistischen Theorien gar esoterische Züge an. Nachdem sich der Islam auszubreiten begann, erhielten auch die islamischen Wissenschaftler Zugriff auf das Wissen, das sich zuvor vor allem die Griechen erarbeitet hatten. Ab dem 12. Jahrhundert wurden erste Schriften über die Alchimie in Europa bekannt. Diese beinhalteten aber nach wie vor auch Dinge wie Magie oder – wie für das Mittelalter typisch – die Läuterung.

Anfänge der Systematischen Chemie im Mittelalter und in der Renaissance

Um circa 1500 herum entstanden in Deutschland die ersten Dokumente zur Metallgewinnung, sowie im 16. Jahrhundert auch zur Herstellung von Arzneimitteln. Erstmals wurden die nicht-exakten Aspekte wie Magie oder Glaube außen vorgelassen. In dieser Zeit entwickelten sich zahlreiche Instrumente, die heute noch in der Chemie verwendet werden um Stoffe zu präparieren oder zu verarbeiten. Dazu zählen der Mörser, die Glaskolben, Waagen, Apparaturen zur Destillation und einige mehr.

Mit Hilfe aller dieser Instrumente entwickelte sich nach dem Mittelalter ein Forschungswesen, bei dem die Resultate genau bemessen und auch Theorien daraus abgeleitet wurden. So dokumentierte Georg Ernst Stahl Ende des 17. Jahrhunderts die Prozesse der Verbrennung, der Gärung, der Verwesung, der Oxidation und der Reduktion. Nachdem seine Theorie in den nächsten rund 90 Jahren überworfen worden war, hatte sich die Chemie auch endgültig von den Verbindungen mit der Mystik und der Theologie gelöst.

Weitere chemische Entdeckungen

Diverse Chemiker begannen Stoffe danach immer weiter zu zerlegen und zu analysieren. Dadurch wurden auch immer mehr chemische Elemente entdeckt, die zuvor gar nicht bekannt waren. So wurde unter anderem durch Hermann Kolbe das Kohlendioxid sowie die Kohlensäure als Basis etlicher organischer Verbindungen. Etliche mehr oder auch weniger beeindruckende chemische Reaktionen wurden erst im 19. und 20. Jahrhundert entdeckt. Im 20. Jahrhundert wurde das Augenmerk mitunter auch auf Stoffe gelegt, die in den Weltkriegen von großem Nutzen waren, wie zum Beispiel synthetische Treibstoffe, Kautschuk, aber auch Gase. Die Gefahr, welche von chemischen Prozessen ausgehen kann, ist nach einigen Zwischenfällen im 20. Jahrhundert ein weit verbreitetes Thema und hat zu einem fragwürdigen Ruf der Chemie beigetragen.